Im Winter joggen?

Viele Jogger lassen sich von Kälte und Dunkelheit abschrecken, weil es die meisten schöner und angenehmer finden, in lauer Frühlingsluft durch den duftenden Park zu laufen oder in aller Herrgottsfrühe mitten im Sommer. Die Sonne geht gerade auf, die Luft ist noch taufrisch, das Leben erwacht.

In den dunklen Monaten des Jahres lockt wenig: Es ist sowohl morgens als auch abends trüb und kalt, vielleicht sogar sehr kalt, dunkel und unwirtlich. Kein Vogel singt, die Bäume sind im Winter erstarrt, und die Sonne lässt sich allenfalls mal um die Mittagszeit sehen, wenn man auf der Arbeit ist oder einfach keine Zeit hat. Lustlosigkeit macht sich breit. Wer jetzt die Laufschuhe anzieht, muss ganz schön verrückt sein.

Ein eingefleischter Warmluft-Jogger ist schwer zu überzeugen mit den üblichen Argumenten. Der Hinweis auf die richtige Winterkleidung zum Joggen, nämlich Winterlaufschuhe, Fleece-Pullover und Laufjacke, lässt ihn unter Umständen genauso kalt wie der Rat, den inneren Schweinehund einfach mal zu überwinden. Allenfalls lässt er sich überreden, einige Jogging-Einheiten auf dem Laufband im Fitnessstudio zu absolvieren.

Doch es ist erwiesen, dass sich gerade Menschen, die stimmungsanfällig sind oder in den trüben Monaten eventuell sogar zur Winterdepression neigen, deutlich besser fühlen, wenn sie dem Winter trotzen und auch unter widrigen Bedingungen an der frischen Luft laufen. Auch wenn die Sonne sich unter dichten Wolken kaum blicken lässt - unser Organismus speichert die UV-Einstrahlung, was das Immunsystem stärkt und munter macht. Die Endorphinausschüttung tut ein Übriges, um uns so richtig in Schwung zu bringen.

Wer übrigens einmal auf den Geschmack gekommen ist, wird sich von keinem Winter mehr abschrecken lassen.