Marathon: der lange Lauf
Es fing ganz harmlos an: Ich wollte etwas für meine Gesundheit tun, nachdem mich Beruf und Kinder und andere Ausreden einige Jahre davon abgehalten hatten. Ich fing an zu joggen. Aus fünf Minuten wurden relativ schnell 15 und bald eine halbe Stunde, und die Anstrengung war gut zu tolerieren. Es machte Spaß, und ich kam erfrischt von meiner Morgenrunde zurück, um in den Tag zu starten. Da ich unter einer Fußfehlstellung litt, benötigte ich orthopädische Einlagen und den richtigen Laufschuh, und weil ich schon mal dabei war, gönnte ich mir leichte Funktionslaufkleidung, in der es sich einfach angenehmer schwitzt, weil der Schweiß nicht an der kleben bleibt, sondern abtransportiert wird.
Aus fünf Kilometern wurden zehn und bald 15, dann sogar zwanzig. Der Gedanke, dass ich einen Halbmarathon bewältigen konnte, fühlte sich gar nicht mehr fremd an, und einige Monate später ließ ich mich zum ersten Mal vom Marathonfieber anstecken. Einen ganzen Sommer lang trainierte ich strikt nach einem Laufplan, nachdem ich von meiner Hausärztin nach einem Gesundheitscheck grünes Licht bekommen hatte, um dann im Herbst zum ersten Mal 42 km in Angriff zu nehmen. Ein überwältigendes Erlebnis! Aufregend, anstrengend, lustvoll.
Inzwischen bin ich acht Mal die große Tour beim Berlin-Marathon gelaufen, und spätestens wenn der Sommer vor der Tür steht, beginnt die Zeit des intensiven Lauftrainings. Allerdings weiß ich inzwischen, dass ein Laufplan nur so gut für mich ist, wie er mit meinem Alltag und den Anforderungen, die ich sonst noch so zu bewältigen habe, zusammenpasst. Ich muss nicht mehr strikt nach Vorgaben trainieren und mich schon gar nicht dabei überanstrengen. Ich laufe drei-, viermal die Woche, davon eine langsame und zunehmend längere Einheit, gebe hin und wieder auf einer kurzen Strecke Gas und behalte den Marathon unter zwei ganz wesentlichen Aspekten im Blick: gesund und munter ins Ziel kommen.