Faszination Tschechoslowakischer Wolfshund

Vor gut fünfzig Jahren wagte Karel Hartl in der damaligen CSSR ein Experiment: Um eine besonders mutige und arbeitswillige Hunderasse zu kreieren, die auch beim Militär eingesetzt werden konnte, kreuzte er Karpatenwölfe mit deutschen Schäferhunden. Das erhoffte Ergebnis blieb jedoch aus.

Die Nachkommen zeichneten sich zwar durch viele wölfische Eigenschaften aus, allerdings zeigten sich dabei genau jene Verhaltensweisen, die Hartl so gar nicht im Sinn hatte, als er von einem unerschrockenen Militärhund träumte. Die ersten Welpen waren so schreckhaft und menschenscheu, dass an eine auf den Menschen bezogene Erziehung gar nicht zu denken war, und auch nachfolgende Generationen zeigten sich nur bedingt zähmbar, so dass die Zuchtinteressen in der Tschechei bald aufgegeben wurden.

Dass die Tiere nicht getötet, sondern die Rasse über Jahre hinweg weiterentwickelt wurde, ist den Slowenen zu verdanken, die 1982 einen Club des Tschechoslowakischen Wolfshundes in Prag gründeten. Der TWH fand seine endgültige Rasse-Anerkennung im Jahre 1999 in Mexiko.

Wer sich für das wölfisch ursprüngliche Aussehen und den nach wie vor scheuen Charakter dieser Hunde so begeistert, dass er ernsthaft überlegt, sich einen tschechischen Wolfshund anzuschaffen, sollte diese Entscheidung gründlichst durchdenken und jeden Aspekt berücksichtigen. Dieser Hund ist nach wie vor nicht als Schutzhund geeignet, höchstens in der Weise, dass man sein eindrucksvolles und respekteinflößendes Aussehen mit entsprechenden Attributen gleichsetzt. Der Tschechoslowakische Wolfshund schließt sich eng an seine Familie an, bleibt aber ungern alleine und ist anderen Menschen gegenüber sehr zurückhaltend.

In der Regel kann ein Hund dieser Rasse den Sinn irgendwelcher Stöckchenspiele nicht nachvollziehen, wie er sich der Hundeerziehung und  Erziehungsmethoden widersetzt, bei denen Verhalten eingeübt werden soll, das sich ihm nicht erschließt.

Ein TWH ist kein gewöhnlicher Hund, der aufregenderweise wie ein Wolf aussieht. Er ist eine ganz besondere Persönlichkeit, die ein entsprechendes Umfeld sowie sensible, liebevolle und gut informierte Menschen braucht, die seine Eigenheiten zu schätzen wissen.