Hundeerziehung mit dem Halti
Ein Halti sieht aus wie eine Mischung aus Maulkorb und Pferdegeschirr. Der Schlaufenring des Haltis wird über die Schnauze des Hundes gestülpt und ist mit einem Halsband verbunden, das im Nacken in einer Halteleine mündet. Richtig und behutsam eingesetzt kann es in der Hundeerziehung wertvolle Dienste leisten.
Das Halti-Training bietet insbesondere bei kräftigen und nervösen Hunden, die beispielsweise heftig auf Artgenossen reagieren, eine gute Möglichkeit, an der Leinenführigkeit des Tieres zu arbeiten und seine Aufmerksamkeit zurück auf den Besitzer zu lenken. Da die Beweglichkeit des Tieres eingeschränkt ist, wird starkes Ziehen und Zerren ohnehin erschwert. Keinesfalls darf das Halti jedoch dazu verleiten, den Kopf des Hundes herum zu reißen. Schwerwiegende Halswirbelverletzungen wären die Folge.
Idealerweise führt man den Kopf des Hundes mit der Erziehungshilfe in Verbindung mit einem lockenden Rufen und einem Leckerli zu sich herum, sobald man einen anderen Hund entdeckt, auf den der eigene Vierbeiner gerne mit Bellen und Knurren oder sonst wie unfreundlich reagiert. Es entsteht kein Blickkontakt zum anderen Hund, sondern zum Besitzer. Die Belohnung bekräftigt die Körperbewegung, und die Situation wird ohne Aggression oder Stress bereinigt. Ähnliches gilt für die Begegnungen mit Joggern oder Radfahrern, die erfahrungsgemäß problematisch ablaufen.
Es gibt Hunde, die nach zwei, drei Touren mit dem Halti genau wissen, worauf es ankommt, andere brauchen viele Wochen. Man sollte seinem Hund unbedingt eine Eingewöhnungszeit mit dem Halti zugestehen und sich selbst auch erst eingehend mit der Funktionsweise vertraut machen. Darüber hinaus ist die vorausschauende Umsicht des Hundebesitzers ein überaus wichtiger Aspekt, um rechtzeitig auf seinen Hund einzuwirken.