Hunde und Katzen zusammen halten
Gemeinhin gilt die Parole, dass man sich entweder für einen Hund entscheidet, oder auch für zwei, oder für eine Katze, oder auch zwei. Beides zusammen geht nicht. Oder funktioniert selten und dann meist nur im Fernsehen. Oder klappt lediglich, wenn die beiden sich seit ihrer frühesten Kindheit kennen.
Nun, es mag Hunderassen oder auch -Typen geben, die eine Katze grundsätzlich als Beutetier ansehen, dem es hinterher zu jagen gilt, und ich habe auch schon von eigenwilligen Katzen gehört, die ihre Krallen immer dann besonders schärfen, wenn ein Hund auch nur in Sicht- oder Geruchsweite kommt, und sich sämtlichen Umerziehungsmaßnahmen aufs Heftigste widersetzen. Dennoch kann man grundsätzlich behaupten, dass Hunde und Katzen sich unter einem Dach sehr wohl verstehen beziehungsweise einander akzeptieren, und zwar von dem Moment an, in dem beide Seiten verstanden haben, dass die Kommunikation des tierischen Mitbewohners auf anderen Regeln basiert als bei Vertretern der eigenen Art.
Ein Hund, der schwanzwedelnd auf einen anderen Hund zuläuft, wird häufig ebenso freudig begrüßt. Falls nicht, hat der derartig begrüßte Hund aber dennoch verstanden, dass die Schwanzwedelei eine Friedensgeste darstellt, er will sie halt nur nicht annehmen, warum auch immer. Eine Katze würde freundliche Neugier niemals schwanzwedelnd zum Ausdruck bringen, denn das bedeutet innerhalb ihrer Art Ärger, Wut, Angriffslust. So ist nur zu verständlich, dass Katze Mau ungnädig reagiert, wenn Hund Bello sich ihr derart nähert. Umgekehrt wirkt eine sich anpirschende Katze, die auf diese Weise ihr Interesse bekundet, auf die meisten Hunde bedrohlich.
Trotz dieser frappierenden Unterschiede in der Körpersprache lernen beide Tierarten faszinierend schnell, dass es auch andere Mitteilungsformen gibt und reagieren fortan gelassen aufeinander.