Freude am Laufen
Das Angebot auf dem Ratgebermarkt zum Themen Joggen, Running, Laufen, Walken ist riesig. Es gibt kaum einen Aspekt, der beim Ausdauersport nicht von zahlreichen Fachleuten und/oder aktuellen beziehungsweise Ex-Spitzensportlern eingehend betrachtet wird, ob es sich nun um die richtige Ausrüstung oder fundierte Trainingspläne und Muskelaufbauprogramme oder auch knifflige Ernährungsfragen handelt. Auch die Hinweise zur Gewichtsreduktion oder zur Kombination mit anderen Sportarten sind mannigfaltig. Dabei werden angehende Marathonis genauso umfassend beraten wie Freizeit- oder Gesundheitsjogger jeder Altersklasse. Man erfährt Details zur Steigerung der Geschwindigkeit und zum Stretching, zu Fußfehlstellungen und gesundheitlichen Aspekten chronisch Kranker.
Und natürlich wird auch immer wieder betont, wie wichtig es nicht nur für Jogging-Einsteiger ist, den größten Teil der Laufeinheiten in moderatem Ausdauertempo zu absolvieren, um möglichst lange eine gleichmäßige und gesundheitsfördernde Belastung tolerieren zu können, ohne dabei eine Sauerstoffschuld einzugehen, so dass die Muskeln übersäuern.
Aber was heißt das eigentlich genau? Muss ich immer langsam laufen? Wenn ich eine Stunde lang laufe, dabei zehn Kilometer bewältigt habe und mich ganz hervorragend fühle, obwohl ich außer Puste bin, könnte ich dann tempomäßig noch zulegen oder bin ich zu schnell, weil die Schnauferei ja verhindert werden soll und mein Körper nun seine Sauerstoffreserven auffüllen muss? Geht es darum, mich wohl zu fühlen oder muss ich mich strikt an Pulsfrequenzen halten? Und wo bleibt der Spaß, wenn ich ständig auf die Pulsuhr schiele und Schritte und Atemfrequenz aufeinander abstimmen will?
Ganz klar: Laufen ohne zu schnaufen, sondern gleichmäßig atmend, ist eine gute Richtschnur, um seinen Körper allmählich und ganz individuell auf längere Strecken einzustellen, ohne Kreislauf und Muskulatur zu überfordern. Es spricht allerdings auch nichts dagegen, wenn geübte Jogger nach einer halben Stunde gemütlichen Trabens das Tempo erhöhen und zwischenzeitlich sogar mal richtig Gas geben, und zwar nicht weil ein Trainingsplan Tempoläufe empfiehlt, sondern einfach weil es Freude macht.